Immer mehr Kinder zeigen Bewegungsauffälligkeiten und sind oftmals übergewichtig. Wissenschaft und Politik wollen das Bewusstsein auf dieses Problem lenken und Maßnahmen ergreifen, um die steigenden Zahlen zu senken. Dabei ist noch offen, wie die praktische Umsetzung aussehen könnte.
Antworten auf die Fragen: „Wie kann tägliche Bewegung bei Kindern gefördert werden?“, „Wo setzen erfolgreiche Maßnahmen an und wie sind diese auf andere Städte übertragbar?“, oder „Welche Programme sorgen für mehr Bewegung bei Kindern?“ bieten die Referate und Workshops des europäischen Kongresses „Aktive Städte – Aktive Kinder“ am 30. September und 1. Oktober 2010 in Stuttgart. Schirmherrin der Veranstaltung ist Androulla Vassiliou, die für Sport zuständige
EU-Kommissarin.
Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: „Mir ist wichtig, dass die Kommunen voneinander lernen und über die Stadtgrenzen hinausblicken. Gute Ideen funktionieren vielerorts.“ Der Kongress solle daher vor allem den Dialog und die Netzwerkarbeit weiterentwickeln. „Im Ergebnis wollen wir einen praktischen Leitfaden präsentieren, der europäische Kommunen zeigt, wie sie die Bewegungskultur von Kindern fördern können. Über das Internet können Praktiker sich dann an der Fortschreibung des Leitfaden beteiligen“, so OB Schuster.
Die Kongressteilnehmer erhalten einen Überblick über erfolgreiche Konzepte verschiedener europäischer Städte in Form von Vorträgen, einem Markt der Möglichkeiten und können ihr Wissen und ihre Erfahrungen in den angebotenen Workshops, bei Praxisbesuchen und in Einzelgesprächen unter den Kongressbesuchern vertiefen und austauschen. Der Kongress richtet sich an Verantwortliche von Kommunen aus den Bereichen Sport, Jugend, Schule und Gesundheit sowie an Vertreter von Sportkreisen und Stadtsportbünden aus ganz Europa, die sich mit dem Thema befassen.
Mittlerweile haben sich über 100 Fachleute aus ganz Europa zum Kongress angemeldet. Die Teilnahme ist kostenlos. Detailinformationen zum Kongress und die Anmeldung dazu ist unter www.citiesforsports.eu/conference möglich.
Bereits jetzt werden die Ergebnisse der bisherigen Arbeit bzw. erfolgreiche Ansätze und praktische Lösungsansätze auf einer Online-Datenbank bereitgestellt, um den Kommunen europaweit ebenfalls die Möglichkeit zu bieten, ihre Projekte und Ansätze zu präsentieren und im Gegenzug von anderen Ansätzen zu lernen.
Pilotprogramm im Hallschlag
Schon bei einem ersten Partnertreffen der am EU-Projekt beteiligten Städte, haben Athen, Innsbruck, Kopenhagen und Rotterdam festgestellt, dass Netzwerkarbeit im Sport und deren Förderung eines der zentralen Themen ist. Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen und Vereine und weitere Vertreter, die sich mit dem Thema Kinder und Bewegung auseinandersetzen, sollen enger zusammen arbeiten.
In Stuttgart beispielsweise haben sich Vertreter von Einrichtungen, die sich täglich mit der Bewegungsförderung von Kindern befassen, mehrfach zu einem Runden Tisch getroffen. Daraus ist ein Pilotprogramm im Hallschlag entstanden, das Teil eines Rahmenkonzeptes für alle Stuttgarter Stadtteile ist. Modellhaft werden dort seit einigen Monaten in Kooperation mit den örtlichen Sportvereinen gezielte Angebote zur Bewegungsförderung für die Kinder organisiert. Es soll ein Programm mit einem ganzheitlichen Ansatz entstehen, das Bewegung im Stadtbezirk nachhaltig fördert.
Hintergrund
Die Landeshauptstadt Stuttgart hat für ihr Projekt „Stärkung der Bewegungskultur im Alltag von Kindern“ den Zuschlag für EU-Fördermittel erhalten. Die EU bezuschusst das gesamte Projekt mit über 210.000 Euro, der Anteil für die Stadt Stuttgart beläuft sich auf mehr als 80.000 Euro. Die Federführung und Koordination liegt beim Sportamt der Landeshauptstadt.
Stuttgart hatte den Förderantrag mit den vier Partnerstädten Athen, Kopenhagen, Rotterdam und Innsbruck gestellt. Ziel des Projekts ist die Stärkung der alltäglichen Bewegungskultur von Kindern in europäischen Städten, da die Kinder in den meisten Ländern der Europäischen Union mehr und mehr bewegungsauffällig und übergewichtig sind. Erstmals konnten in diesem Jahr im Rahmen des Programms „You need exercise!“ Projektanträge bei der Europäischen Kommission für Maßnahmen im Bereich des Sports gestellt werden. Die Förderung der EU läuft bis zum Januar 2011.
Mehr dazu im Internet unter www.citiesforsports.eu. ---


