Stadtverwaltung
Energetischen Gebäudesanierungen in Stuttgart
Das Statistische Amt hat in seinem Monatsheft Nummer 8/2010 eine Untersuchung zum Thema energetische Gebäudesanierungen in Stuttgart seines Mitarbeiters Ulrich Stein veröffentlicht.

 

Im Rahmen dieser Erhebung wurden Daten aus dem städtischen Energiesparprogramm ausgewertet sowie große Wohnungsbauunternehmen, Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften befragt. Das Monatsheft Nummer 8/2010 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, 70173 Stuttgart, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, im Internet unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem oder per E-Mail an komunis@stuttgart.de zum Preis von 4 Euro erhältlich.

Energetische Gebäudesanierungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung der Klimaziele. Zugleich können die Bewohner energetisch sanierter Gebäude ihren Energiebedarf und damit ihre Nebenkosten deutlich senken. „Das Thema energetische Gebäudesanierungen ist von hohem privaten und öffentlichen Interesse. So wird auch im aktuell in der Erstellung befindlichen Mietspiegel für 2011/12 die preisliche Auswirkung energetischer Gebäudequalität untersucht“, unterstreicht Thomas Schwarz, Leiter des Statistischen Amtes, die Relevanz des Themas.

Die wichtigsten Ergebnisse der Analyse des Statistischen Amts: Im Rahmen des städtischen Energiesparprogramms wurden zwischen 1998 und 2009 Sanierungsmaßnahmen an etwa 2200 Gebäuden für rund 8650 Wohnungen durchgeführt. Der Anteil der im Zuge der „Regelförderung“ komplett sanierten Wohnungen an allen im Privateigentum befindlichen Wohnungen mit einem Baujahr vor 1985 beträgt 1,8 Prozent. Städtisch bezuschusst wurden in diesem Wohnungssegment Einzelsanierungsmaßnahmen für 3,2 Prozent der Wohnungen. Eingeführt wurde die Pauschalförderung von Einzelsanierungsmaßnahmen im Jahr 2003.

Bei Gesamtsanierungen der kompletten Gebäudehülle werden aktuell etwa
41 000 Euro pro Wohnung, bei Einzelsanierungsmaßnahmen etwa 10 500 Euro pro Wohnung investiert. Zwischen 1998 und 2009 investierten Privateigentümer im Rahmen des städtischen Energiesparprogramms insgesamt 127 Millionen Euro in energetische Sanierungsmaßnahmen. Das Fördervolumen der Stadt belief sich im Untersuchungszeitraum auf insgesamt etwa 13,5 Millionen Euro. Energetische Sanierungen von Privateigentümern sind dann besonders wahrscheinlich, wenn der Investor selbst im Gebäude wohnt. Dies trifft für 80 Prozent der Sanierungsfälle zu.

Gesamtsanierungen werden von Privateigentümern relativ häufig um ihr
40. Lebensjahr herum vorgenommen, also in zeitlicher Nähe zum Erwerb oder Einzug in das Gebäude. Bei Einzelsanierungen besteht ein geringerer Einfluss des Alters des Investors auf die Entscheidung. Für Privateigentümer scheint insgesamt der Zusatznutzen, wie die Steigerung des Wohnkomforts oder das gepflegte Äußere des Gebäudes, relativ wichtig zu sein.

Ausgeprägte finanzierungsbedingte Hindernisse für ältere Eigentümer sind aus den Daten nicht ableitbar. Der Zeitpunkt des Eigentumsübergangs und der Eintritt der Sanierungsbedürftigkeit liegen relativ häufig zeitlich eng beieinander. Aufgrund der Altersstruktur der Eigentümerhaushalte ist in rund zehn bis 15 Jahren mit besonders vielen Eigentumsübergängen und in deren Folge mit entsprechend stärkeren Sanierungsaktivitäten zu rechnen.

Institutionelle Eigentümer haben zwischen 1998 und 2009 rund acht Prozent ihres vor 1985 erbauten Wohnungsbestandes energetisch vollständig und zwölf Prozent teilsaniert. Institutionelle Eigentümer sanieren häufiger und intensiver als Privateigentümer. Dies dürfte unter anderem an einem relativ hohen Bestand aktuell sanierungsbedürftiger Gebäude und einem konsequenteren Abwarten des Eintritts des Instandhaltungsbedarfs der gesamten Gebäudehülle liegen.

Energetische Sanierungsmaßnahmen wurden bei institutionellen Eigentümern in Relation zu den Gebäuden im Bestand häufig an mittelgroßen Gebäuden mit vier bis neun Haushalten durchgeführt. Private Eigentümer sanierten verstärkt kleinere, von ihnen selbst bewohnte Gebäude. Am häufigsten sanierten institutionelle Eigentümer Nachkriegsbauten der 1950er- und 1960er-Jahre. Bei Privateigentümern verteilten sich die Sanierungsaktivitäten gleichmäßiger über die Gebäudealtersklassen.





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